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Wie die zeitgenössische Kunst Zeugnis ablegt über die momentane Verfasstheit von Staat, Gesellschaft, Welt, spiegelt sich in den Vorwürfen wieder, die man ihr macht. Die an ihr geübte Kritik, zu marktgefällig-sensationell, zu selbstbezüglich-intellektuell oder zu aktivistisch-politisch zu sein, thematisiert eben immer zugleich Missstände der Kunst wie auch ihrer Gegenwart. Sie scheint deshalb andauernd Irritationen, Provokationen und Widersprüchlichkeiten zu produzieren, weil sie nicht nach Geschmack fragt, sondern uns den Spiegel vorhält. Gegenwartskunst bietet uns eine wunderbar ungefilterte, vor-kanonisierte Vielfalt, die gleichermaßen das kreative Potential wie die Heterogenität und Unbestimmbarkeit ihrer Zeit abbildet.

Maximilian Stühlen

Maximilian Stühlen kümmert sich wenig um die autoritäre Selbstreferenzialität der Kunst, er kostet diese viel lieber in ihrer Potenz, Medium zu sein, aus. Denn für den 27jährigen bedeutet seine Arbeit zu allererst die Möglichkeit, die intellektuelle Befragung von Themen und Konzepten in einer sich anschaulich vermittelnden Form materialisieren zu können, als dass es ihm darum...

Anders Grønlien

Gesehen bei: FUTURA Project , Prag, 10.02.2018
Aus: Oslo; Alter: 38; Studium in: Prag, Stipendien in Belalcazar & Paris
Medien: Malerei & Installation; arbeitet in: Oslo & Cordoba (Spanien)

Lara Schnitger

Gesehen bei: Galerie Gebr. Lehmann, Dresden Neustadt, 03.10.2017
Aus: Haarlem; Alter: 48; Studium in: Den Haag & Prag, Stipendium in Japan
Medien: Bildhauerei & Installation; arbeitet in: Amsterdam & Los Angeles.

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Porträt einer Frau, 15. Jhd

„(…) denn es ist etwas sehr Angenehmes, Kunstwerke zu besehen, die Gedanken und Reflexionen, welche dabei vorkommen können, aufzufassen, die Gesichtspunkte sich geläufig zu machen, die andere dabei gehabt haben, und so selber Urteiler und Kenner zu werden und zu sein.“
—  Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik, 1835-38

„(…) ob also Geschmack ein ursprüngliches und natürliches, oder nur die Idee von einem noch zu erwerbenden und künstlichen Vermögen sei, so daß ein Geschmacksurteil, mit seiner Zumutung einer allgemeinen Beistimmung, in der Tat nur eine Vernunftforderung sei (…): Das wollen und können wir hier noch nicht untersuchen.“
—  Kant, KdU, 1790