Badische Reformer

B

Bis vergangene Woche lebte ich in dem Glauben, nur die Eröffnung eines neuen Casinos werde mit einem Grand Opening, wie man es aus Ocean’s 13 kennt, gefeiert. Dann kam ich nach Mannheim. Dort hat die Kunsthalle jetzt, nach einem dreitägigen Soft Opening im Mai, mit einem Grand Opening die Pforten ihres von Gerkan, Marg und Partner hingewürfelten Neubaus geöffnet. Wäre man nicht in Mannheim, könnte die Titulierung irritieren. Aber hier, im Epizentrum des badischen Selbstbewusstseins, wo der hiesige Monnemer beflügelt vom nicht mehr enden wollenden Prosperierens seiner Stadt eine sympathische Großkotzigkeit kultiviert, die immer bodenständig genug bleibt, dass sie niemals so anstrengend wie die Münchner Attitüde wird, doch aber vehement bemüht ist, sich ihrer Provinzialität zu entledigen – hier nennt der Monnemer die Eröffnung seines neuen Museums wie selbstverständlich Grand Opening.

Für den aktuell teuersten Museumsneubau Deutschlands [1] hat man den pittoresken Postmodernebau aus den 80ern plattgemacht, so wollte es Direktorin Ulrike Lorenz, denn der habe nicht (mehr) dem Rang der Stadt entsprochen. [2] Gmp haben an dessen Stelle eine strenge Komposition von ca. 17.000 m2 Gesamtfläche gestellt, die im verspielten Jugendstilensemble des Friedrichplatzes viel, fast schon zu viel Präsenz beansprucht. Zwar integriert die vorgehängte Hülle aus einem bronzefarbenen Metallgewebe den Bau farblich in die Sandsteinarchitektur ringsum, wie auch das erkennbare kubische Grundraster ganz nett auf die quadratischen Straßenzüge Mannheims – dem Markenzeichen der Stadt – anspielt. Trotzallem hat die neue Kunsthalle von Außen etwas uninspiriert Nüchternes und wirkt weit mächtiger, als es die vielangepriesene Offenheit der Architektur erwarten lässt. Und so fühlt sich auch der Weg ins Innere weniger nach Museum, als nach Konsumtempel an: Links die Preisschilder in der Auslage des Museumsshops, rechts das Café, wo man sich für schlappe 13€ mit einem Mannheim Mule vorab in Fahrt bringen kann.

Einmal drin, geht’s dann richtig rund, mit oder ohne Droge im Blut. Im Atrium, wo der Blick vom Kassenthresen im Erdgeschoss bis zur Glasdecke gute 20 Meter freie Bahn hat, weiß man gar nicht, wovon man zuerst verblüfft sein soll. Vor einem hängt ein monströses Riesenteil von Anselm Kiefer, über einem schwingen ein Steinbrocken und eine waschechte DB-Bahnhofsuhr von Alicja Kwade unermüdlich im Kreis, rechts tummelt sich eine aufgeregte Menschentraube vor einem sicher fast 10 Quadratmeter großen Monitor. Auf diesem fliegen die Werke der Mannheimer Sammlung in einem interaktiven Zettelkasten umher, die Karteikarten kann man antippen und sich so Werkinformationen anzeigen und -abbildungen vergrößern lassen, oder diese aufs eigene Smartphone schicken. Schade nur, dass man bei der Spielerei, der Collection Wall, die Suchfunktion vergessen hat. Auch im ersten OG lässt die Sensation nicht lange auf sich warten, wo schon von Weitem das Jammern von Rebecca Horns Inferno-Geigen zu Ihrem zwei Geschosse hohen Gruselturm aus Krankenhausbetten lockt.

„Wir verabschieden uns vom gewohnten Muster einer chronologischen Erzählung. Stattdessen flanieren die Besucher über Brücken und Terrassen durch einen Parcours überraschender Begegnungen. (…) ein atemberaubendes Zusammenspiel von Skulptur, Malerei, Film und Musik, von Licht, Materie, Raum und Bewegung.“

Im Einklang mit solchen eher unglücklichen Versuchen einer vermeintlich »publikumsfreundlichen« Textarbeit versprühen all die großen, lauten oder sonst irgendwie beeindruckenden künstlerischen Attraktionen, mit denen hier so geballt gleich zu Beginn aufgewartet wird, in der Kunsthalle das Flair eines Vergnügungsparks, durch den man wie ferngesteuert von einem Spektakel zum nächsten wandelt. Aber über diese ersten Zweifeln muss man schon erhaben sein, will man die neue Mannheimer Kunsthalle, ihre Architektur und darin die Neuinszenierung ihrer Sammlung erleben. Glücklicherweise können Ulrike Lorenz und ihre Team nämlich beweisen, dass sich hinter ihrem kuratorischen Konzept doch mehr verbirgt, als das bisschen Kunstshow, nachdem es zunächst aussieht.

Drinnen der Eiffel-, draußen der Wasserturm

Die Säle heißen in Mannheim Kuben. Drei davon im Erdgeschoss sind den Wechselausstellungen vorbehalten, die Sammlung wird in zehn weiteren Galerien auf den beiden oberen Etagen gezeigt. Um das zentrale Atrium gruppiert, haben die Hamburger Planer zwischen die Kuben platzartige Freiflächen geschoben, die, mit Ausblicken nach draußen auf den ikonischen Mannheimer Wasserturm oder in die Eingangshalle drinnen, auch die Verschnaufpause zum Augenschmaus machen. Die Kuben und Plätze schachteln sich zu einem lichten Gefüge aus offenen und geschlossenen Räumen zusammen; einem vielgliedrigen Gebäude, in welchem die einzelnen Baukörper so autonom bleiben, dass diese sie sich unter ihrem luxuriösen Bronzekleid nur als Einheit verkleiden. Mit dieser Architektur des Neubaus wirkt seine Kuration auf eindrückliche Weise zusammen, hat man schließlich anstelle eines Rundgangs mit fester Raumabfolge für jeden der Kuben in sich abgeschlossene Präsentationen entworfen, die je für sich zu denken und zu betrachten sind.

Im Innern besticht die neue Kunsthalle durch eine Großzügigkeit, in deren Weite sich der Raum selbst verkörpert

Diese Entkoppelung der Säle ist einigermaßen folgenreich. Will man den Betrachter nicht mehr anleiten, einer vorkonfigurierten Dramaturgie zu folgen, sondern es ihm und seinem Selektionsvermögen freistellen, auf welchen Wegen er sich durch den von gmp geschaffenen Organismus navigiert, so bedeutet diese Rezipientenfreiheit im Umkehrschluss selbstverständlich auch die Unmöglichkeit, den musealen Gewohnheiten einer Sammlungs-präsentation folgend, entlang der ausgestellten Objekte eine kohärente (Kunst-)Historie zu rekonstruieren. Zugleich wird aber eine größtmögliche kuratorische Flexibilität möglich, da einzelne Kuben einfach neu bespielt werden können, ohne das solche Veränderungen das Gesamtkonzept einer umfassend angelegten, erzählerischen Präsentation aus den Fugen bringen könnten.

Kuben als Erlebnisräume

Auch Hängung und Choreographie in den Räumen gestalten sich oft ganz anders, als man es von den meisten Museumsbesuchen gewohnt sein dürfte. So steht etwa in einer der beiden Galerien, die sich ausschließlich der Skulptur widmen, nichts mehr in Reih und Glied, nach Epochen sortiert und kaum etwas auf Sockeln, dafür alles querfeldein von Rodins Eva bis zu Tony Craggs Runner und zeitgenössischen, installativen Positionen. In Gruppen zusammen, einander gegenüber oder nebeneinander gestellt, erscheint dieser Skulpturenpark umso mehr als lebendige Szene, wenn sich die Besucher unter die Stehenden, Knienden und Sitzenden mischen – was wunderbare Motive für Instagram liefert! An dieser Aufstellung zieht man zwangsläufig nicht nur vorüber, sondern geht auch zwischen den Figuren hindurch und hinter diesen vorbei. Mit jeder neuen Facette, die man dabei an den Objekten entdeckt, erschließt sich das der Bildhauerei ureigene Potential der Plastizität ganz ohne weitere didaktische Anstrengungen.

Der Skulpturenpark im Kubus 1

Nicht weniger unkonventionell präsentiert die Kunsthalle das Hauptwerk ihrer Sammlung, dem sie (fast) einen eigenen Saal einräumt. Neben der Erschießung Kaiser Maximilians hängt zwar kein zweites Bild, davor wurde jedoch eine Tribüne aufgebaut. Die Arena von Rita McBride reist seit 20 Jahren durch die Ausstellungshäuser der Welt und dient meist als Zuschauerraum für Performances. In Mannheim kann man nun von ihren Rängen aus das Historienbild Manets begutachten und bei dieser originellen Begegnung kurz, still und heimlich, peinlich berührt sein, findet man sich schließlich als Voyeuer wieder, der dieser Hinrichtung ebenso gaffend zuschaut, wie jene vom Künstler in sein Werk hineingemalten Schaulustigen. Vielleicht betrachten wir die von Manet ins Bild gesetzte Szenerie in diesem Moment mit der selben Mischung aus Unwissenheit über Hintergründe und emotionaler Distanziertheit, mit der wir auch die kleinen und großen Tragödien des Weltgeschehens auf unseren Handybildschirmen verfolgen.

Selten hat man wohl die Gelegenheit, so von oben herab auf ein Werk zu blicken. Gleichzeitig kann der Maximilian derart bedrängt von der bis unter die Decke reichenden Holzkonstruktion McBrides kaum mehr eine auratische Wirkung entfalten; beim Betreten des Raumes sieht man das vielgerühmte Meisterwerk ja nicht einmal. Aber in dieser spannungsreichen Konfrontation mit seinem neuen Gegenüber löst sich das Werk aus den bekannten Seh- und Deutungsszenarien und fordert den Betrachter zur neuen Auseinandersetzung auf. Dies bedeutet endlich eine tatsächlichere Aktivierung des Rezipienten, als etwa irgendwelche drögen Multimedia-Stationen, wo sich Partizipation im Drücken von Knöpfen wahrhaft aus-drückt.

Indem die Mannheimer Kunsthalle so althergebrachte Diktionen des (musealen) Ausstellens quittiert, macht sie ihre Kuben zu echten Erlebnisräumen, die Platz machen für eine Erfahrung der Kunst, nicht als intellektuelles Rätsel, sondern als erlebbares Medium. Klar, nutzt man nicht die – äußerst informative und detaillierte – App, dann wird man außer den spärlichen Zeilen an der Wand erstaunlich wenig über die Werke, ihre Künstler und deren Zeit erfahren und lernen. Aber es ist doch nur stringent, parallel zur Dekontextualisierung der Exponate und dem Verzicht auf Historizität im Allgemeinen, nicht jedem all das angehäufte Wissen der Kunstgeschichte in ellenlangen Wandtexten oder Faltblättern zuzumuten. Hier wird Platz gemacht für die ungeleiteten Reaktionen des Betrachters und vorallem: das Werk wird zur Debatte gestellt.

Blick vom ersten OG in das Atrium. Links unten die Collection Wall

Der Effekt ist weithin sichtbar. Denn was nach dem Betreten des Atriums noch als etwas unmotivierte Nervosität erschien und man einer mangelhaften Werkauswahl zuschreiben wollte, begegnet mit der Zeit als eine Form produktiver Unruhe, welche sich in jeden Winkel der neuen Kunsthalle ausbreitet. Wo andernorts Menschen mit undeutbaren Gesichtsausdrücken von Saal zu Saal schlurfen, in ihrer Ehrfurcht vor all dem Genialischen erschlagen und gleichsam verstummt, sieht man in Mannheim energisch gestikulierende Diskutanten, kritische Beschauer, die sich über das Gesehene austauschen und ihre Gedanken miteinander teilen. Manchmal hört man sogar ein Lachen. Der Tempel, der Schätze hütet und Wissen fordert, wird so zum Forum, das die Kunst als soziales Medium versteht, über welches sich Gesellschaft verständigt. Soweit meine Fassung, wie genau Frau Lorenz sich das alles vorstellt, kann man in Ihrem Streitgespräch mit Herrn Ullrich nachlesen. [4]

Die Mannheimer Kunsthalle und ihre Sammlung

Sofern das Update der Mannheimer Kunsthalle gegen den traditionellen Museumsbetrieb revoltiert, setzt dieser Aufruhr die Geschichte des Hauses nur logisch fort. Denn die 1907 gegründete Institution war eigentlich von Beginn an ein Reformprojekt, was auch mit der Geschichte ihrer Stadt zusammenhängt. Das Mannheimer Schloss täuscht in seiner Riesenhaftigkeit – es ist nach Versailles die zweitgrößte Barockanlage der Welt – gekonnt darüber hinweg, dass die Stadt wenn auch prächtige, nur kurze 58 Jahre Residenzstadt war. Die pfälzischen Kurfürsten kamen 1720 an den Rhein, nachdem ihr angestammter Heidelberger Palast von den Franzosen pulverisiert worden war, verließen Baden aber schon 1778 wieder gen München, um die Regierung des geerbten Bayerns anzutreten. Dorthin schaffte man um 1800 auch den „Louvre am Rhein“ [3], die weltberühmte, von Künstlern und Königen gleichermaßen beneidete und bestaunte Kunstsammlung der Pfälzer von rund 100.000 Positionen, die zuvor die Düsseldorfer Gemäldegalerie darstellte und aus welcher die heute noch bestehende Akademie hervorging.

Auf Grund dieser geschichtlichen Verwicklungen wurde die Mannheimer Kunsthalle nicht, wie viele der heute öffentlichen Museen, auf dem Fundament eines fürstlichen Sammlungsbestandes aufgebaut. Statt aristokratischer Vergangenheit gab es in Mannheim aber um 1900 die Gegenwart einer linksliberalen, zu Wohlstand gekommenen und ausgesprochen findigen Bürgerschaft: Hier wurden binnen weniger Jahre das erste Zweirad, der erste elektrische Aufzug und das erste Auto gebaut, 1865 gründete man den heute größten Chemiekonzert der Welt. Zum 300jährigen Jubiläum ihrer Stadt beschenkte sich diese zukunftsgewandte Bourgeoisie selbst mit einem Museum. Man errichtete ein Haus im angesagten Jugendstil und finanzierte dieses wie auch den Aufbau der Sammlung in den folgenden Jahrzehnten allein aus privaten Spendenmitteln. Der Bau am schicken Friedrichplatz folgte den neuesten Standards und entsprach damit den Ambitionen der Kunsthalle, in der von Beginn an ausschließlich modern gesammelt wurde. Gründungsdirektor Fritz Wichert kaufte französische Avantgardisten: Monet, Pissarro, Cézanne, oder deutsche Sezessionisten: Liebermann, Corinth, Slevogt. So machte der 31jährige Youngster schnell von sich und seinem Haus reden, denn mit seinem Unterfangen mühten sich zur gleichen Zeit Berliner Direktoren am Konservatismus des Kaisers ab, und wurden dafür sogar entlassen.

Selbst diese lieblichen Pfingstrosen von Renoir dürften bei ihrem Ankauf 1912 manches Naserümpfen hervorgerufen haben

Wichert bemühte sich um die modernistische Utopie einer Durchdringung von Kunst und Leben und entwickelte hierzu Vermittlungsprogramme, wöchentliche Diavorträge und Führungen, mit denen er die Arbeiterschaft der Stadt mit aktueller Kunst in Kontakt brachte – 1913 waren das insgesamt 130.000 Menschen. Wie er, sammelte auch sein Nachfolger Gustav Friedrich Hartlaub nur die heißesten Eisen und damit das, was andern zu Kulturkritik und Hetzte Anlass gab. Es kamen die Künstler des Bauhauses und jene der deutschen Expressionisten-Gruppen aus München und Dresden in die Kunsthalle. 1925 präsentierte Hartlaub eine Reihe von Malern, die im altmeisterlich-realistischen Stil die deutsche Gesellschaft karikierten unter dem Titel Die neue Sachlichkeit, womit er einen Epochenbegriff schuf. In diesen Jahren bot die Mannheimer Kunsthalle bedeutenden Protagonisten der modernen Kunst wie Edvard Munch und Max Beckmann ihr Ausstellungsdebüt. Spätestens Ende des Jahrzehnts hatte das nicht einmal 20 Jahre alte Haus den Ruf eines Bollwerks der Moderne zu verteidigen.

Der Werkkubus bringt gute 100 Jahre Malereigeschichte und viele große Namen in einem Raum zusammen. Hier zeigt die Mannheimer Sammlung unverstellt ihren schlaglichtartigen Charakter.

Diesen Stellenwert der Kunsthalle dokumentieren die nationalsozialisitischen Beschlagnahmungen auf tragische Weise. Mit 91 Gemälden, acht Plastiken und mehreren hundert Grafiken musste man in Mannheim mehr Verluste verzeichnen, als etwa in Dresden oder Frankfurt mit ihren weitaus größeren Häusern. Neben den Anstrengungen diesen Aderlass wieder zu kompensieren, stand die Nachkriegszeit vorallem im Zeichen einer Erweiterung des Bestandes an Skulpturen, die in den 20er Jahren durch eine große Schenkung in die Kunsthalle kamen. Durch herausragende Erwerbungen der europäischen Gegenwartsplastik u.a. von Max Ernst, Alberto Giacometti, Germaine Richier, oder Constantin Brancusi begründete Direktor Heinz Fuchs ein bildhauerisches Profil, für welches die Kunsthalle über die Grenzen des Landes bekannt wird. Heute zählt die Sammlung fast 900 Werke von der figürlichen zur Ausdrucksplastik, über die Objektkunst und Neuen Medien bis hin zu raumgreifenden Installationen. 1958 richtet die Mannheimer Kunsthalle eine der ersten Ausstellung zur gestischen Abstraktion in der europäischen Malerei aus; 1962 ist sie die erste Institution außerhalb Großbritanniens, die Francis Bacon zeigt.

 


[1] SWR vom 04.06.2018.
[2] Welt vom 29.04.2014.
[3] Hoffritz, Jutta in: Die Zeit vom 05.11.2008.
[4] Was muss das Museum? Was kann das Museum? Köln: Verlag Walther König, 2018. 80 Seiten.

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Porträt einer Frau, 15. Jhd

„(…) denn es ist etwas sehr Angenehmes, Kunstwerke zu besehen, die Gedanken und Reflexionen, welche dabei vorkommen können, aufzufassen, die Gesichtspunkte sich geläufig zu machen, die andere dabei gehabt haben, und so selber Urteiler und Kenner zu werden und zu sein.“
—  Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik, 1835-38

„(…) ob also Geschmack ein ursprüngliches und natürliches, oder nur die Idee von einem noch zu erwerbenden und künstlichen Vermögen sei, so daß ein Geschmacksurteil, mit seiner Zumutung einer allgemeinen Beistimmung, in der Tat nur eine Vernunftforderung sei (…): Das wollen und können wir hier noch nicht untersuchen.“
—  Kant, KdU, 1790